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HP WLAN Drucker/Scanner und Touchscreen (P1510) unter (X)ubuntu/Linux

Fujitsu-Siemens Laptop Lifebook P1510 mit Touchscreen unter (X)ubuntu linux (=>LXQT)

Für meinen alten feinen Fujitsu-Siemens Laptop P1510 suche ich schon seit Jahren eine Lösung um ihn auf Linux umzustellen. Es scheiterte oft schon daran, die Installationsroutinen zu starten, bis ich schließlich mit einer alten Xubuntu 12.04 LTS CD (! – DVDs funktionierten nicht) eine Grundinstallation vor nehmen konnte und dann direkt per LAN-Kabel auf 14.04 LTS aktualisierte. Damit lief bereits das Wichtigste ohne zusätzlichen Aufwand.

Nur der (mir doch recht wichtige) Touchscreen lief nicht auf Anhieb und die diversen Suchtreffer (in Kombination mit P1510, z.B. hier) haben mich schon vor Jahren erschreckt und sind heute teilweise nicht mal mehr existent. Tatsächlich schlugen alle Versuche es mit den diversen alten Anleitungen zu probieren fehl. Aber schließlich fand ich nach vielen weiteren Suchen doch eine [damals] aktuelle, schnelle und damit erstaunlich einfache Lösung. Eingerichtet, kalibriert und noch schnell ein Skript für den Autostart geschrieben und schon gefällt mir der Laptop besser als jemals zuvor…

Update für Ubuntu 18.04 LTS

Mit dem Update auf Xubuntu 18.04.01 LTS startete leider lightdm nicht mehr nutzbar und auch mit anderen Varianten (z.B. des login-screens) war keine grafische Benutzeroberfläche mehr erreichbar. Da das Lifebook P1510 nicht vom USB-Stick booten kann und es mir auch nach vielen anderen Versuchen nicht gelang das Xubuntu (oder auch Lubuntu oder …) nach dem Update wieder zum laufen zu bringen nutzte ich die Möglichkeit einer kompletten Neu-Installation über den vorhandenen GRUB Bootmanager:

  • Dazu kopierte ich das aktuelle xubuntu.iso mit diesem Namen auf einen sonst leeren (fat32)-USB-Stick
  • startete bis zu GRUB und ging dort über die Eingabe von „c“ zur Grub Kommandozeile
  • ls“ gibt dort die zugreifbaren Partitionen aus (veraltetes Beispiel hier)
  • mit „ls (hdX,Y)/“ (mit X und Y passend ersetzt lässt sich das oberste Verzeichnis kontrollieren und damit der richtige Ort des xubuntu.iso finden)
  • sobald die passenden Werte gefunden waren (bei mir „(hd1,1)„) folgende Eingaben:
  • set isofile=“/xubuntu.iso“
  • loopback loop (hd1,1)$isofile
  • linux (loop)/casper/vmlinuz boot=casper iso-scan/filename=$isofile noprompt noeject
  • initrd (loop)/casper/initrd.lz
  • boot

Damit startete vom USB-Stick die Installations-Ausprobier-Oberfläche (noch ohne Touch) und die Installation – über die alte Version – alle Daten gehen verloren – lief unproblematisch durch. Danach ging es also wieder an den Touchscreen (siehe oben), wobei das ehemalige „screen“ nicht funktionierte, allerdings auch nicht nötig war. Ich probierte einfach mit „sudo inputattach -fjt /dev/ttyS0“ die Zahlen hinten durch und hatte bei „sudo inputattach -fjt /dev/ttyS4“ Erfolg. Für die Kalibrierung half früher: „sudo apt-get install xinput-calibrator“ und „xinput_calibrator –output-type xinput“ – war unter Xubuntu 18.04 allerdings erstmal nicht erfolgreich. Anscheinend gab es wiedermal eine Umstellung (diesmal Evdev / libinput), so dass xinput_calibrator keine Auswirkungen mehr hat.
Diese Anleitung half – so mühsam sie auch ist – weiter (einfacher könnte das xcal python-tool sein).
Das Ergebnis der Rechnung bei mir:
xinput set-prop „Fujitsu Serial Touchscreen“ –type=float „libinput Calibration Matrix“ 1.040650407 0.0 -0.023373984 0.0 1.048951049 -0.027097902 0.0 0.0 1.0
…setzte ich in den xorg-Autostart – siehe unten.
Die Erkennung des Touchscreen verankerte ich analog zu diesem Tipp in systemd mittels:
sudo nano /etc/systemd/system/touchscreen.service“ mit dem Inhalt:

[Unit]
Description=Fujitsu Touchscreen

[Service]
ExecStart=/usr/bin/inputattach -fjt /dev/ttyS4

[Install]
WantedBy=multi-user.target

und anschließend: „systemctl enable touchscreen“ und „systemctl start touchscreen“ .
Dazu verankerte ich die Kalibrierung und Klick-Einstellungen in
usr/share/X11/xorg.conf.d/40-libinput.conf“ als:

Section "InputClass"
      Identifier "libinput touchscreen catchall"
      MatchIsTouchscreen "on"
      MatchDevicePath "/dev/input/event*"
      Driver "libinput"
      Option "CalibrationMatrix" "1.040650407 0.0 -0.023373984 0.0 1.048951049 -0.027097902 0.0 0.0 1.0"
      Option "Tapping" "true"
      Option "TappingDrag" "true"
EndSection

Leider musste ich unter xfce/Xubuntu feststellen, (dass die teilweise libinput? / GTK+2/3? Umstellung dazu führte,) dass bei der Benutzung des Touchscreen zwar die Menu-Einträge/Buttons mancher Anwendungen erstmal genau so nutzbar waren wie es sein sollte (z.B. der Leiste/Panel, in Thunar oder dem Software Center) aber in anderen Anwendungen quasi nicht „klickbar“ waren (z.B. in den xfce-Einstellungen, zum Datei öffnen in Mousepad). Nach vielen Versuchen landete ich schließlich bei LXQT bzw. Lubuntu-QT, denn dort verhielten sich bei der Touchscreen-Benutzung alle dazugehörigen Anwendungen (z.B. Featherpad statt Mousepad) wie sie sollten. Leider zeigten sich gleich ein paar andere bugs… So führte z.B. der Aufruf eines Ordners in der detailierten Listenansicht von pcmanfm-qt reproduzierbar zu Abstürzen. Dieser ließ sich aber leicht durch Thunar bzw. pcmanfm ersetzen…

Nun fehlt nur noch eine Rechtsklick-Simulation wie sie früher mit Evdev möglich war… ;-)

 

HP WLAN Drucker/Scanner/Kombigerät (Deskjet 2544 Multifunktionsgerät – wifi) unter (X)ubuntu/Linux konfigurieren

Vor dem Kauf habe ich extra nach Geräten gesucht, die mit höchster Wahrscheinlichkeit unter Xubuntu/Linux unterstützt werden. Dabei zeigte sich, dass generell bei HP die Linux-Chancen recht groß sind und für das von mir geplante WLAN-Kombigerät Deskjet 2544 auch ein Treiber existiert.

Über USB ging alles sofort, nur für den WPA/WPA2 geschützten WLAN-Betrieb musste ich dann doch etwas mehr suchen bis ich das eine, kleine Zauberwort fand. Das hätte sich als kurzer Hinweis auch gut auf dem beiliegenden Zettel gemacht, aber dafür war es wohl zu einfach und hätte die anderen Systeme/Anleitungen düpiert… ;-)

Eine Verbindung per USB und die Eingabe von „hp-wificonfig“ in einem Terminal brachte den Stein bereits ins rollen. So wurde direkt nach der Eingabe „sudo apt-get install hplip-gui“ empfohlen. Nach dieser Installation direkt nochmal hp-wificonfig aufgerufen und danach hp-setup <Drucker-IP-Adresse> und alles war unkompliziert und doch recht schnell erledigt. Selbst Simple Scan funktionierte danach auf Anhieb über das WLAN.

(Eine Liste weiterer sinnvoller hp-tools für das Linux-Terminal findet sich hier.)

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Das Desktop Wunder Teil 2 – Xubuntu-Linux verfeinern

Eines der Hauptprobleme an Linux sind die vielen Möglichkeiten …

Während es unter anderen Betriebssystemen eher schwierig ist, freie Software zu finden, die eine spezielle Aufgabe zu lösen vermag, ist unter Linux eher die Schwierigkeit, sich entscheiden zu müssen, wie diese Aufgabe gelöst werden soll. Für Einsteiger, die eine schnelle Orientierung haben wollen, möchte ich eine kleine Liste vorstellen, wie ich meine Linux/Xubuntu-Installation verfeinert habe.

Meine bevorzugte Software ist zum großen Teil bereits in der Anfangsinstallation vorhanden. Darunter fällt neben GIMP und Thunderbird auch Firefox. Bei letzterem fehlen mir nur ein paar Plugins (wie NoScriptmit diesen Einstellungen – und für eine kleine zusätzliche Anonymisierung: User Agent Switcher). Daneben nutze ich – allerdings nur für videophonie oder gmail/google+/gtalk/google hangout/voice (=Skype-Ersatz), also als eine Art Google-Desktop-App – Chromium (Chrome) mit speziellen Javascript und Datenschutzeinstellungen. (Sollte die webcam nicht funktionieren / nicht erkannt werden, hilft evtl. der gleiche Trick wie bei jitsi – s.u. – „LD_PRELOAD=/usr/lib/i386-linux-gnu/libv4l/v4l2convert.so chromium-browser“)
Über das Software-Center oder entsprechende Internetseiten ergänzte ich:

  • LibreOffice (bzw. OpenOffice) für die ganzen Office Sachen die ich so bekomme (z.B. Word-Dokumente und Excel-Dateien) aber z.B. auch um PDFs zu bearbeiten oder mal schnell alte dBASE-Datenbanken anzuschauen oder …
  • AutoKey ist eine sehr praktische Tipp-Unterstützung viel benutzter Floskeln
  • VLC Media Player als möglichst-alles-Medienabspieler
  • Mittlerweile nutze ich als speziellen mp3-Player meistens Clementine, das aber leider die Albumcover nicht direkt in den Dateien ersetzt, sondern als zusätzliche Dateien im .config abspeichert.
    (Ansonsten: Guayadeque mit einer übersichtlichen Bibliothek, schnellen Suche und netter Crossfading-Funktion, die allerdings die letzten ca. 3 Sekunden des Liedes abschneidet. Über ein paar Skriptdateien ist es auch über meine Multimedia-Tastatur zu steuern…)
  • puddletag und MusicBrainz Picard bewähren sich immer mehr als mp3-tagger inklusive erster Albumart/Cover-Abfrage und
  • XCFA mit den entsprechenden Zusatzmodulen als CD-ripper
  • Stellarium als Planetarium / Astronomie-Programm (mit babylonischer Sternkarte ;-)
  • Tuxguitar mit fluidsynth / fluid-soundfont um weiter Mandoline / Gitarre / Bass lernen bzw. mitspielen zu können (und MIDI sowie diverse Gitarren-Dateien wie z.B. PowerTab und GuitarPro nutzen zu können)
  • DeVeDe um DVD-isos zu erzeugen
  • HandBrake (hier) um (z.B. automatisiert mehrere) Videos zu wandeln um sie leichter vom USB-Stick am Fernseher anschauen zu können
  • BlueGriffon (hier) um auf die schnelle (WYSIWYG-mäßig) kleine Fehler in HTML-Seiten zu ändern
  • FreeMind (oder die Weiterentwicklung FreePlane) – das Mindmap-Programm das mich schon seit Jahren begleitet,
  • genauso wie Zettelkasten (hier) um weitere kurze Gedanken zu sammeln
  • Als letztes habe ich den Orage-Kalender mit einem Skript, das automatisch beim einloggen gestartet wird, um meine Google-Kalender erweitert (wget -nH -rK https://googlecalendarurl -O /Ziel/Verzeichnis/DateiName.ics) und zusätzlich mit meinen Geburtstagen und Terminen aus LibreOffice/OpenOffice-Calc durch ein (erweitertes altes Makro von Uwe) per Calc/ods bzw. iCalendar/ical/ics-Datei gefüttert.

Darüber hinaus gefällt mir gThumb etwas besser als Ristretto als Bildbetrachter (bzw. als auch-mal-schnell-etwas-Änderer ;-), aber auch da gibt es ja noch weitere Möglichkeiten… (Wer in wine ein zu hohes Sicherheitsrisiko sieht und eine (closed source)-IrfanView-Alternative sucht, kann es mal mit dem heruntergeladenen debian-Paket von XnViewMP (hier) versuchen.)

  • Jitsi (hier) gefällt mir mit seiner Verschlüsselung und OTR-Funktion als weitere Skype-Alternative (statt der Chromium-Hangout Variante s.o.) recht gut. Die meisten Kameras lassen sich unter Linux wohl verwenden, wenn das Programm mit „LD_PRELOAD=/usr/lib/i386-linux-gnu/libv4l/v4l2convert.so jitsi“ bzw. über diese Datei neu gestartet wird. (Bei mir hat es mit einer LogiLink- und einer MS-Tech-webcam in jitsi 2.5.5065 funktioniert.)
  • Der bereits enthaltene Dateimanager Thunar mit seiner Möglichkeit der „Benutzerdefinierten Aktionen“ ist für mich einer der angenehmsten Xubuntu-Vorteile. Nur seine „alphabetische“ Sortierung passt nicht mit meiner Dateiorganisation zusammen. Bei mir haben die Dateien aus den verschiedenen Digitalkameras (und zu verschiedenen Zwecken, wie z.B. Monatsübersichten)  unterschiedlich lange Datumsangaben am Anfang des Dateinamens. Da diese allerdings als Zahlen statt als Ziffern interpretiert werden, ist meine ehemalige Sortierung dahin. Abhilfe schaffte dieses Skript, dass auf einen Rutsch alle Dateien mit beginnenden Ziffern auf 14 Stellen angleicht. (Innerhalb von XnViewMP lässt sich die Sortierung auch ohne Umbenennung umstellen.)

Insgesamt bin ich unglaublich zufrieden mit meiner jetzigen Xubuntu-Konfiguration. Allein die relativ einfachen und vielfältigen Möglichkeiten, die ein oder andere Sache noch etwas mehr nach meinen Wünschen erledigen zu können, bringen mir große Freude…

P.S. Evtl. teste ich eines Tages noch wine für alte Windows-Software wie IrfanView, aber zur Zeit erscheint mir das noch als unnötiges Sicherheitsrisiko, besonders bei den Alternativen (s.o.) …

(Für alle, denen ihr Windows mittlerweile zu langsam geworden ist, vorab ein Hinweis: Mein frisch gestartetes Xubuntu, mit zwei laufenden alten Windows-Programmen (als Beispiel PopTray und IrfanView) unter wine, belegt insgesamt nur ca. 0,19 GB RAM (in Worten: „Einhundertneunzig eMByte“ ;-) ). Auf der Festplatte belegt das System mit wine und allen oben erwähnten (und ein paar zusätzlichen) Programmen und Einstellungen nur ca. 5,5 GB…)

< Letztes Update mit Ergänzungen: 20141010 >